Praxisnahe Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Schulung in Europa

Die Industrie für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien (FCHT) hält zunehmend Einzug in die Märkte – und mit ihr wächst der Bedarf an gut ausgebildetem Personal. Bis 2030 werden schätzungsweise rund 200.000 Fachkräfte benötigt: geschulte Arbeitskräfte, Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler. Viele Hochschulabsolventen dürften den Weg in diese aufstrebende Branche finden, doch ebenso wird ein großer Teil der bereits Berufstätigen umgeschult werden müssen. Das Problem: In Europa gibt es bislang nur sehr wenige Bildungsprogramme, die diesen Bedarf tatsächlich decken können.

Die meisten heutigen Ausbildungsangebote finden im Klassenzimmer statt und bleiben rein theoretisch – oder sie beschränken sich auf hochspezialisiertes Wissen mit starkem wissenschaftlichem Tiefgang. Was fehlt, ist praxisnahe Ausbildung: die Möglichkeit für Schüler, Studierende und Berufstätige, die tatsächlichen Prozesse der Wasserstoffproduktion, ihre sichere Handhabung und ihre elektrochemische Umwandlung in Strom mit eigenen Händen zu erleben.

Genau hier setzt das Interreg-NWE-Projekt Green SKHy an. Es bietet praxisorientierte Schulungen an, in denen die Teilnehmenden grundlegende Experimente zur elektrochemischen Wasserstoffproduktion sowie zur Umwandlung von Wasserstoff und Methanol in elektrische Energie selbst durchführen – ergänzt um die wichtigsten Sicherheitsgrundlagen. So können sie wissenschaftliche Zusammenhänge, die sie in der Theorie längst kennen, erstmals live im Experiment nachvollziehen.

Dafür hat das Projekt ein Netzwerk von Laboren aufgebaut. Ausgestattet sind sie mit mobilen Experimentiereinheiten, die sich in Boxen verpacken und bequem mit einem leichten Fahrzeug zu den Schulungsorten transportieren lassen. Nach drei erfolgreichen Pilotkursen 2025 in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz folgt 2026 eine weitere Veranstaltungsreihe.

Das Konzept des „mobilen Labors" wird nun weiterentwickelt: Ein komplettes Labor soll künftig in einem Anhänger Platz finden. Damit lässt sich die Ausrüstung an praktisch jeden Schulungsort bringen – für Demonstrationen ebenso wie für lokale Industrieschulungen. Zum Einsatz kommen dieselbe Grundausstattung wie bisher, dazu voll funktionsfähige Brennstoffzellen- und Elektrolyseeinheiten im Kleinformat, Demonstrationsmodelle sowie kommerzielle Brennstoffzellen. Ergänzt wird das Ganze durch ein Schulungsmodul zu Brennstoffzellen- und Elektrolyseurmaterialien – ein Inhalt, den es in dieser Form bei keinem anderen Trainingsangebot weltweit gibt.

(Vollversion nur auf Englisch verfügbar)
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